Was hat das Gleichbehandlungsgesetz mit Flüchtlingshilfe zu tun?

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Was hat das Gleichbehandlungsgesetz mit Flüchtlingshilfe zu tun?

Wer diesen Blog verfolgt, wird feststellen, dass es hier nicht gerade Schlag auf Schlag geht. Im Gegenteil, es zeigt sich immer mehr, dass es sich hier nicht um einen Sprint, sondern um einen Marathon handelt. Ein Marathon von dem man allerdings die Distanz nicht einmal im Ansatz abschätzen kann.

Zur Erinnerung: Unser Ziel ist es, einer jungen Flüchtlingsfrau die Möglichkeit zu geben, in einem betrieblichen Umfeld die Sprache zu erlernen und so Schritt für Schritt dem Arbeitsmarkt näher zu kommen. Von unserer Seite her besteht weder ein Bedarf nach einer Arbeitskraft, noch ist abzusehen, dass eine solche Person wirtschaftlich von Nutzen sein könnte. Wir wollen einfach einer FRAU eine Chance bieten, welche sie unter normalen Umständen wohl nicht bekommen würde. Soweit die Theorie.

Immerhin, die BA meldet sich

Vor einer Woche erhielt ich von der Bundesagentur für Arbeit folgendes Schreiben

 

Sehr geehrter Herr Batt,

Bezug nehmend auf unser Telefonat letzte Woche schicke ich Ihnen folgende Unterlagen:

Merkblatt zur Beschäftigung ausländischer Arbeitskräfte.

Merkblatt „Potentiale nutzen“ hier finden Sie die wichtigsten Informationen zum Thema Arbeitsmarktzugang.

Unsere Kunden haben (meist) nachrangigen Arbeitsmarktzugang, d.h. dass eine Stelle zunächst daraufhin überprüft wird ob nicht ein EU-Bürger, oder ein Flüchtling mit gesichertem Status eingestellt werden könnte.

Das geschieht in der Regel dadurch, dass eine neue Stelle bei uns für etwa zwei Wochen ausgeschrieben wird. Sollte sich in dieser Zeit kein passender Bewerber finden, darf auch ein Flüchtling diese Stelle besetzten.

 

Deswegen schicke ich Ihnen auch einen Vermittlungsauftrag mit, den ich Sie bitte auszufüllen.

Vorsorglich erinnere ich Sie an das AGG (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz) dass eine Ausschreibung nur für weibliche Arbeitskräfte nicht möglich ist.

Selbstverständlich bleibt es in ihrer Hand wen Sie einstellen möchten.

mit freundlichen Grüßen,

 

Das Positive an diesem Schreiben beschränkt sich auf den Willen des Sachbearbeiters, seinen Job zu machen und das in einer – wie ich schon in einem früheren Post erwähnt habe – sehr freundlichen, hilfsbereiten Art.

Meine Damen und Herren der Politik: So wird das nichts.

Allerdings hilft er uns nicht. Die Behörden scheinen gefangen zu sein in ihrer Verwaltungsburg. Unfähig auf eine Situation zu reagieren, welche nicht als normal eingestuft werden kann. So wird das nix. Dazu passend ein Beitrag in der Süddeutschen Zeitung vom 12.2.2016.

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/asylbewerber-der-arbeitsmarkt-muss-sich-fuer-fluechtlinge-veraendern-1.2859191

Ich kann aus meiner Sicht dem Kommentator dieses Beitrages nur zustimmen. Statt sich auf der politischen Spielwiese zu tummeln, würde es der politischen Elite gut anstehen, sich um reale Lösungsmodelle zu bemühen.

Wie weiter?

Sicher ist, wir werden uns weder von der Politik, noch von der Bundesagentur für Arbeit vorschreiben lassen, wem wir unsere Zeit und unser Geld schenken. Wir bleiben dabei: wir wollen einer jungen Frau Starthilfe geben. Ob sie dick, dünn, schwarz, gelb oder weiß ist, spielt uns keine Rolle. Aber es wird eine Frau sein. Definitiv!

Wir suchen im Moment nach anderen Lösungen. Eventuell muss man das Kind anders nennen: Stipendium statt Praktikum?

Ihr Input ist gefragt. Vielleicht haben Sie bereits Erfahrungen gemacht, von Möglichkeiten gehört oder einfach nur eine gute Idee. Ihr Meinung interessiert uns. Am einfachsten Sie schreiben uns kurz unter starthilfe@aluinside.com. Vielen Dank!

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