Planänderung

Posted on Posted in Weihnachtsblog 2015/2016

Veränderte Bedingungen – neuer Plan

Es ist schon eine Weile her, seit wir das letzte Mal über den Stand unserer Weihnachtsaktion berichtet haben. Weihnachten 2015 war’s, als wir verkündet haben, dass wir auf die gewohnten kleinen Weihnachtsgeschenke verzichten wollten, um mit den eingesparten Mitteln einer jungen Flüchtlingsfrau den Einstieg in ihr neues Leben zu erleichtern. Gut investiertes Geld, denn die reibungslose Integration von Flüchtlingen spart uns am Ende nicht nur eine Menge Steuergelder, sondern gleichzeitig auch das Aufkeimen einer Parallelgesellschaft, vor welcher sich die meisten Menschen in diesem Land fürchten. Was ist inzwischen geschehen? Nun, wir sind gescheitert. Haben aber nicht aufgegeben.

Wenn der Amtsschimmel wiehert, bleiben Chancen ungenutzt

Wer als Arbeitgeber in Deutschland konkret etwas für Flüchtlinge im Allgemeinen und für Frauen im Speziellen tun will, steht mit einem Bein bereits vor Gericht. Das liegt zum einen daran, dass man eine Praktikumsstelle für eine Flüchtlingsfrau nach dem Gleichbehandlungsgesetz weder nur für Frauen und schon gar nicht nur für Ausländerinnen ausschreiben darf. Ein männlicher Bayer könnte sich deshalb diskriminiert fühlen und seine Ansprüche einklagen.

Eine weitere Hürde besteht darin, dass der Arbeitgeber abklären muss, ob er die Stelle zur Integration einer asylsuchenden jungen Frau, nicht durch einen EU-Bürger, eine EU-Bürgerin oder einen Flüchtling mit gesichertem Aufenthaltsanspruch besetzen kann.

Klingt wie Satire, ist aber keine.

Deshalb haben wir aufgegeben. Bzw. wir haben unser Projekt neu definiert, um dem Amtsschimmel ein Schnippchen zu schlagen.

Private Initiativen weitaus engagierter und effizienter

Weil von den Behörden keine Unterstützung zu erwarten war, haben wir uns in der Zwischenzeit an private Initiativen und Institutionen gewandt. Und siehe da: Wir sind innerhalb von Wochen fündig geworden. Allerdings nicht so, wie wir uns das ursprünglich gedacht haben.

Auf der Suche nach einer geeigneten jungen Frau mussten wir feststellen, dass es gar nicht so viele im gesuchten Alter von 16 – 24 Jahren gibt. Die Gründe hierfür sind nachvollziehbar: Die knappen finanziellen Ressourcen investieren die Familien in den Krisengegenden in jene Kräfte, welche die höchste Chance auf ein Durchkommen haben – also in junge Männer. Junge Männer tendieren zudem nicht nur in Afrika dazu sich zu überschätzen und sind deshalb eher bereit Risiken auf sich zu nehmen als ihre Altersgenossinnen. Einmal ganz davon abgesehen, dass die gesellschaftlichen Verhältnisse nicht immer geeignet sind, Frauen zu selbständigem Handeln zu ermutigen.

Wir passen unsere Ziele an

Uns wurde deshalb vorgeschlagen, eine Partnerschaft für zwei afghanische Mädchen im Alter von 10 und 14 Jahren zu übernehmen. Nachdem wir festgestellt haben, dass diese beiden Mädchen nicht alleine geflüchtet sind, sondern in Begleitung Ihrer Mutter und ihres Bruders (16), haben wir uns entschieden uns für die ganze Familie engagieren.

Die Tatsache, dass die Kinder noch zur Schule gehen und deshalb ein Praktikum in unserem Betrieb nur wenig Sinn macht, bzw. undurchführbar ist, mussten wir auch unser Konzept den Verhältnissen anzupassen.

Zukunftssicherung und Integrationsmaßnahmen

Unser neuer Plan besteht nun darin, die beiden älteren Kinder dabei zu unterstützen, einen möglichst guten Schulabschluss zu machen und dafür zu sorgen, dass ihre Deutschkenntnisse so weit wie möglich auf ein altersgerechtes Niveau gehoben werden. Deswegen erhalten die beiden Nachhilfeunterricht und Hausaufgabenhilfe in Deutsch, Mathe und Englisch.

Neben der Unterstützung im schulischen Fragen stehen wir der Familie auch in anderen Bereichen zur Seite. Etwa, wenn es darum geht, die Integration der Kinder über den Sport oder andere Freizeitsaktivitäten zu ermöglichen.

Wie geht es weiter?

Der Plan ist umrissen. Jetzt geht es darum, ihn mit Leben zu füllen. Selbstverständlich werden wir Sie an dieser Stelle in die nächsten Wochen laufend über den Fortgang unseres Projektes auf dem laufenden halten.

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